Es gilt als gesichert, dass das Golfspiel wie wir es in seiner heutigen Form kennen, am Anfang des 15. Jahrunderts von Schotten entwickelt und anschließend perfektioniert wurde.
Zur damaligen Zeit nahm die Popularität des Spiels solche Ausmaße an, dass Soldaten sogar ihre Bogenschießübungen zugunsten dieses Sports vernachlässigten. Angesichts dessen ist es wenig überraschend, dass das schottische Parlament das Spiel 1457 gesetzlich verbot. Doch auch dies konnte dem Siegeszug des Golf keinen Einhalt gebieten, da die schottische Bevölkerung einfach auf Plätze neben dem Meer auswich, wodurch die heutigen Links-Plätze ins Leben gerufen wurden. Golf wurde schließlich im 16. Jahrhundert unter König James IV von Schottland wieder voll salonfähig gemacht.
In Großbritannien etablierte sich das Spiel im Laufe des 17. Jahrhunderts, als mit James VI von Schottland (dem späteren James I von England) ein Anhänger des Spiels an die Macht kam.
Der berühmteste Golfplatz der Welt, der sogenannte „Old Course“ in St Andrews, wird seit dem 16. Jahrhundert genutzt und der Royal and Ancient Golf Club von St Andrews (der Dachverband) wurde 1754 ins Leben gerufen.
Im 19. Jahrhundert fand mit der Umstellung von den jahrhundertelang genutzten federgefüllten Bällen auf Guttapercha-Bälle (ebenfalls unter dem Namen Guttin-Bälle bekannt) eine Revolution im Golfsport statt.
Mit der Eröffnung der ersten Eisenbahlinie nach St Andrews im Jahre 1852 erlebte die Stadt eine wahre Flut an golfbegeisterten Besuchern.
Tom Morris und sein Sohn Young Tom Morris, die beide mehrere Open Championship für sich entscheiden konnten, halfen bei der Weiterentwicklung des Spiels. Old Tom gewann die Open in 1861, 1862, 1864 und 1867, während sein Sohn Young Tom Morris sich die begehrte Trophäe 1868, 1869, 1870 sowie 1872 sichern konnte. Bis heute stellt diese Familie mit Old Tom Morris den ältesten und mit Young Tom Morris den jüngsten Gewinner der British Open.
1860 wurden bei Prestwick in Schottland die ersten British Open ausgetragen, die sowohl Profis als auch Amateuren offenstanden.
Auf seinen weltweiten Durchbruch musste der Golfsport allerdings bis ins 19. Jahrhundert warten, als die ersten Golfclubs in Indien, Irland, Frankreich, Australien, im Süden Afrikas und in Amerika (mit dem berühmten schottischen Architekten Donald Ross als Bauherrn) eröffnet wurden.
Heutzutage trifft man in Schottland auf nahezu 600 Golfplätze und die meisten Links-Plätze weltweit.



